Friedrich A(da)lbert Faß

Straßenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1902    † 1943

 

Lebenslauf

Friedrich Faß wurde am 8.6.1902 in Wien geboren. Er arbeitete als Buchdrucker und Straßenbahner. Von 1921- 1933 war er Mitglied der sozialdemokratischen Partei Österreich. Er war Kinderturnwart beim Arbeiterturnverein. Friedrich Faß beteiligte sich an den Februarkämpfen 1934 am Wienerberg.

Organisation einer Widerstandsgruppe

Friedrich Faß organisierte nach 1938 eine kommunistische Widerstandsgruppe im Straßenbahn-Betriebsbahnhof Meidling.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 18. 7. 1941 wurde Friedrich Faß verhaftet und am 11. 12. 1942 gemeinsam mit Karl Schuster (hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 16.3.1943 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Fritzsche setzte Faß als Kreisleiter ein, der die Fühlung zur Stadtleitung der KPÖ in Wien durch einen Funktionär mit dem Decknamen ’Kern‘ aufrecht hielt. (…) Die Tätigkeit als Kreisleiter des XI. Wiener Gemeindebezirks Meidling übte der Angeklagte Faß bis zum Sommer 1940 aus. In dieser Zeit erfolgte durch ’Kern‘ eine Umorganisierung der KPÖ Wiens. Die bestehenden Kreise wurden aufgelöst und das Wiener Gemeindegebiet in vier Gebiete unterteilt. Der Angeklagte Faß wurde als Nachfolger des Funktionärs Morawetz Leiter des Gebiet III, das die Wiener Gemeindebezirke 5, 6, 7, 12 und 13 umfasste. (…) Der Angeklagte Faß, der bis dahin Gebietsmann (…) war, wurde im Spätherbst 1940 gemeinsam mit Hedwig Urach Leiter des gesamten Stadtgebietes Wien (…)“

Gedenktafel

Sein Name steht auf einer 1949 enthüllten Gedenktafel, Wien 12, Edelsinnstraße 5.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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